180 Jahre voller Genuss – Tag der offenen Tür

Im Jahre 1835 gründete Jakob Friedrich Baier den Bäcker Baier in einem halben Haus im Herzen von Herrenberg. 180 Jahre später, bereits in der sechsten Generation, führt Jochen (Friedrich) Baier mit fast 70 Mitarbeitern den Betrieb in sechs Gebäuden der Altstadt.

Das Jubiläum war Anlass, die Türen zu öffnen und unseren Kunden Einblick zu geben in die tägliche Arbeit beim Bäcker Baier. Wir waren überrascht und erfreut von dem großen Andrang und der überwältigenden Zahl an Besuchern. Sehr großes Interesse fanden die Backstubenführungen, vier Meister unseres Handwerks gaben umfangreiche Erklärungen und führten durch jeden Winkel der Backstube. Entlang unseres wichtigsten Rohstoffes, dem demeter Getreide vom Schönberghof, wurden die Gäste am Kühlhaus vorbei geführt zu den Silos in denen das kostbare Mehl gelagert wird. Die Silos befinden sich bereits im Keller des darüber liegenden Lederfachgeschäfts Bausch, das Tiefkühllager sogar im Keller des Sportgeschäfts Sehner.

Die Kunden erwarten heutzutage bis in die Abendstunden hinein laufend frisch gebackenes Kleingebäck. Wer schon mal in eine ofenfrische Brezel gebissen hat, kann dies verstehen. In der Bäckerpraxis bedeutet dies, dass der Zeitpunkt der Teigherstellung und des Aufarbeitens vom Backen entkoppelt ist. Dazu arbeiten wir mit Teiglingen, die wir ausschließlich selbst aus unserem Mehl herstellen. Über die Kühlung oder Tiefkühlung sind wir flexibel und können fast jederzeit ofenfrisch unsere Kunden verwöhnen. Der Einblick in den 300 Jahre alten Gewölbekeller zeigt das Trockenlager, in dem die Saaten, Trockenfrüchte und Getreidesäcke gelagert werden. Im Mahlraum mit der hauseigenen Steinmühle für die Vollkornschrote werden täglich frisch die Hafer-, Dinkel- und Roggenflocken selbst gequetscht. Direkt daneben entstehen bioaktive Gaumenfreuden, unsere Getreidekeimlinge, deren wertvolle Mineralstoffe und Vitamine für unseren Körper erst durch den Keimprozess resorbierbar werden. Für uns steht natürlich der Genuss im Mittelpunkt und da geben die Keimlinge unseren Vollkornbroten wie zum Beispiel dem Eine Weltbrot oder dem Korn an Korn ein unbeschreibliches Aroma von malziger Süsse der Keimlinge und milder Säure des Roggenvollkornsauerteigs.

Ein Stockwerk höher im Erdgeschoss konnte dann das Herzstück, die Teigmacherei besichtigt werden. Nach der Knetung müssen die Teige bei uns mehrere Stunden ausruhen, danach werden sie portioniert und von Hand in Form gebracht. Entweder werden sie dann gekühlt oder gebacken, im Steinofen oder dem Umluftwagenofen. Über den intelligenten Klimaraum können wir beispielsweise die am Vortag hergestellten Croissant- oder Brötchenteiglinge über 12 Stunden ganz langsam und schonend reifen, wie einen guten Käse oder Wein. Deutlich spürbar wurde die Enge in unserer Backstube neben dem Schneidetisch, der Ausrollmaschine  und dem Langroller für Stangen, aus denen wir übrigens unsere Brezeln rollen, jede einzeln mit Bauch und Knöpfle und ganz traditionell von Hand geschlungen. Viele Besucher blickten etwas neidisch auf den Apfelschäler, mit dem die Äpfel – natürlich aus der Region – für unsere verschiedenen Apfelkuchen frisch geschält werden.

Nicht nur Apfelkuchen, sondern zahlreiche Sorten an Kuchen und Torten wurden neben ofenfrischen Brezeln und Herrenberger Weckle und einer Brotauswahl im Stammhaus angeboten. Rund um den Bäcker Baier haben sich die Partner wie die B2 Ökokiste und der Demeterlandwirt Manfred Kränzler vorgestellt. An einer Brotbar konnten einige der Brotspezialitäten mit fachkundiger Beratung verkostet werden. Der Demeter Verband gab Einblick in den biologisch-dynamischen Landbau. Auf dem Mühlenfahrrad konnten Kinder Getreide zu eigenem Mehl mahlen. In der Kinderbackstube vom Bäcker Baier konnten die Kleinsten Ihrer Kreativität beim Garnieren und Dekorieren freien Lauf lassen. Und beim Rätsel konnten die Kinder ihr Wissen rund um den Bäcker Baier testen.

Kulinarisch und kulturell wurde im Klosterhof das Programm abgerundet. Im Klosterhof-Keller wurden laufend Vorträge geboten. Neben Zwiebelkuchen und Dinnede aus dem Ofen, Steaks und Würstchen vom Grill gab es badischen Federweißer. Lucas Johnson und seine Freunde vom Bundesjazzorchester untermalten den Tag mit leichten, geschmeidigen Jazzklängen.

Nicht nur das Wetter hat uns verwöhnt, nein, auch das große Interesse der unglaublich vielen Besucher war überwältigend. Nur dank der zahlreichen Helfer, die alle zum Gelingen beigetragen haben, wie die professionelle Unterstützung der Stadtkapelle Herrenberg und unserer Mitarbeiter, die bereits in den frühen Morgenstunden in der Backstube begonnen haben und über mehrere Schichten bis spät in den Abend gearbeitet haben, ist dieser Tag zu einem großartigen Festtag geworden. 180 Jahre Bäcker Baier.

Unseren Kunden, Gästen und vor allem allen Helfern, Partnern und Mitarbeitern gilt unser Dank!

Impressionen vom Tag finden Sie in unserer Bildergalerie und in der Tagespresse.

 

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Author: Bäcker Baier

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