Ein Meisterbäcker aus Herrenberg

Herrenberg und der Bäcker Baier – eine langjährige Verbindung. Dabei war es für Jochen Friedrich Baier keine leichte Entscheidung, in die Fußstapfen seiner Vorfahren zu treten. Alle seine Vorfahren hatten unter dem Namen Friedrich die Bäckerei geführt. Würde er als Friedrich der 6. das Lebenswerk seiner Vorfahren weiterführen?

Jochen Baier und Brot - Liebe auf den ersten Blick?

Natürlich lernte Jochen Baier früh den Genuss von gutem Brot. Schließlich war er in der Backstube aufgewachsen. Der Duft frischen Brotes hat quasi seine ganze Kindheit begleitet. Doch als sein Vater ihn ganz selbstverständlich zur Ausbildung beim Kollegen angemeldet hat, regte sich erstmal Protest. Er wollte selbst seine Zukunft gestalten und lernte Konditor.

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Konditor mit Auszeichnung

Eine kluge Entscheidung, wie sich schnell herausstellte. Ein Berufsschullehrer, der auch schon in Japan unterrichtet hatte, wurde für Jochen zur Inspiration. Als kleiner Konditor aus Herrenberg in die weite Welt um dort zu arbeiten? Ein aufregender Gedanke für einen jungen Menschen „…Dieser Lehrer stieß mir das Tor in die wundervolle Welt des süßen Handwerks weit auf…“ resümiert Jochen später. Der Lehrling und später Geselle Jochen Baier hat sich in sein Handwerk gestürzt, wie kein anderer Kollege. Folgerichtig schloss er die Lehre als bester Azubi Deutschlands und dann auch die Gesellenprüfung mit Auszeichnung, als Bundessieger ab.

Auf gehts zum Bäckerhandwerk

Nach weiteren Auszeichnungen als Konditor waren alle Dämme gebrochen und Jochen Baier wollte nun auch das Bäckerhandwerk lernen. Basiswissen war dem Wissbegierigen aber nicht genug. Seine Lehrerin beichtete ihm später, dass sie manchmal keine Antwort mehr auf eine vielen Fragen wusste und sich selbst bei der Bundesforschungsanstalt in Detmold informieren musste, um seinen Wissensdurst zu stillen. 

Höchste Auszeichnung als Bäcker und Konditor

Jochen Baier schloss beide Ausbildungen als Kammersieger ab und erhielt in beiden Berufen zusätzlich die Auszeichnungen Landessieger und Bundessieger. Das gab es so noch nie.

Seine Leidenschaft, zu lernen und sein Wissensdrang trieben den Herrenberger quer durch Europa und sogar bis nach Japan. Oft arbeitete er nur für Kost und Logis - Hauptsache es gab etwas Neues zu entdecken und zu lernen.

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Zeit für Entscheidungen

Irgendwann zog ihn die Heimat aber doch zu sich. Die Krankheit des Vaters verlangte Entscheidungen. Der Sohn kehrte zurück - im Gepäck eine riesige Ladung Wissen und Können. Nach der Meisterschule trat er in den heimischen Betrieb ein. Als der Steinofen, als Herzstück der Bäckerei kaputt ging, meisterte er auch diese Herausforderung erfolgreich. Doch als eine seit Kindheit bestehende Atemwegserkrankung und eine Neurodermitis sich dramatisch verschlechterten, waren erneut weitreichende Entscheidungen notwendig. Mit der gleichen Energie und Konsequenz mit der Jochen Baier bis dahin an Geschmack, Aussehen und Konsistenz seiner Brote gearbeitet hatte, setzte er sich nun mit der Herkunft von Lebensmitteln und mit Ernährung im Allgemeinen auseinander. In Besinnung auf das Wissen seiner Vorfahren durchforstete er uralte Rezepte um schließlich zu entdecken, dass es vor allem Zeit braucht, um gutes Brot zu backen. Zeit zu reifen und Zeit zu quellen macht ein bekömmliches, haltbares und schmackhaftes Brot aus.

Die Freude, die persönliche Höchstleistung abzurufen und dabei leckerste Kreationen zu Backen war mein Antrieb.

Es geht um den reinen Genuss

Während seine Kunden täglich mehr überzeugt waren von der Qualität beim Bäcker Baier, blieb Jochen Baier unzufrieden. Sein Wissensdrang um das Backen des besten Brotes war noch lange nicht gestillt. Auf der Suche nach den besten Rohstoffen war die Begegnung mit dem Demeter-Agraringenieur Manfred Kränzler der Quantensprung und das i-Tüpfelchen, das dem Herrenberger Bäcker noch gefehlt hatte. Mit der Bio-Zertifizierung kam dann beim Bäcker Baier auch nichts anderes mehr ins Brot als Bio. Denn Bio ist gerade gut genug für die Bäcker Baier-Qualität.

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Weltbäcker des Jahres - ein absoluter Höhepunkt

Getrieben von der Sehnsucht, das bestmögliche Brot zu backen, wurde Jochen Baier schließlich zum „world baker of the year 2018“ gewählt. Es ist die höchste Auszeichnung, die es zu erreichen gibt. Jochen Baier selbst zu dieser Auszeichnung:

„…Das ist der absolute Ritterschlag und die Krönung meiner beruflichen Karriere. Ich bin hin und weg und danke der UIBC für ihre Entscheidung sowie dem Zentralverband für meine Nominierung. Ich war, bin und werde immer sein: Bäcker aus großer Leidenschaft, ganz tief im Herzen verwurzelt….“

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Bei allem Erfolg ging es immer um einzigartig leckeres, gutes und besonderes Brot

Dabei sind es nicht die Auszeichnungen, die ihn antreiben, sondern vielmehr der Wunsch, oder besser gesagt die Leidenschaft für das Besondere. Für aufrichtige, reine Lebensmittel, für Brot mit „äußeren und inneren Werten“. Technische Enzyme oder was heute die moderne Lebensmittel-Technologie zu bieten hat, lehnt Jochen Baier ab. Sein Berufsstolz und das Versprechen, das er seinen Kindern gegeben hat, treibt ihn ohne Ermüden an, sein ganzes handwerkliches Können einzusetzen. Tag für Tag.

Sein Erfolg gibt ihm Recht. Die Kundinnen und Kunden schätzen Aussehen, Geschmack und das Wissen um "gutes Brot" vom Bäcker Baier.

  • Jochen Baier in Zahlen

    Berufsausbildung

    • Konditor-Gesellenprüfung mit Auszeichnung 1992
    • Bäcker-Gesellenprüfung mit Auszeichnung 1993
    • Betriebswirt des Handwerks, Akademie des Handwerks in München 1998 

    Meisterschule

    • Bäcker-Meisterprüfung, Bäckerakademie Weinheim 1996 mit Auszeichnung
    • Konditor-Meisterprüfung, Handwerkskammer Köln 1997 mit Auszeichnung
  • Berufliche Erfolge
    • Deutscher Meister der Konditoren 1992
    • Deutscher Meister der Bäckerjugend 1993
    • Internationaler Leistungswettbewerb Konditor Weltmeisterschaft in Tokio/JP 1994
    • Internationaler Leistungswettbewerb Bäcker Weltmeisterschaft in Wageningen/NL 1994
    • Konditor des Jahres 1998
    • Marktkieker Preisträger 2005 | der BranchenoskarTop Gründer Betrieb, Sonderpreis Nachfolge 2006
    • Gründungsmitglied des Nationalteams der Bäcker 2007
    • Landespreisträger Baden-Württemberg 2010
    • Weltmeister Sigep BreadCup Rimini Brotskulptur 2011
    • Vizeweltmeister Sigep BreadCup Rimini Gesamtwertung 2012
    • Worldbaker of the year 2018
    • Wirtschaftsmedaille des Landes 2019
    • ZDF Juror bei Deutschlands Bester Bäcker mit Johann Lafer 2014+2015
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